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Nachruf Prof. Dr. Armin Lechleiter

Am 28. Januar 2018 ist Prof. Armin Lechleiter nach langer schwerer Krankheit im Alter von nur 35 Jahren verstorben. Wir trauern um einen hochgeschätzten Kollegen und international anerkannten Wissenschaftler.

Armin Lechleiter wurde am 15. Mai 1982 in Friedrichshafen geboren. Von 2001 bis 2003 und 2004 bis 2006 studierte Armin Lechleiter Mathematik mit Nebenfach Informatik in Karlsruhe (Diplom mit Auszeichnung, 2006), dazwischen lag ein Auslandsjahr in Lyon, in dem er an der ENS Lyon den Bachelor (Licence) in Mathematik ablegte.
In Karlsruhe verfasste Armin Lechleiter auch seine Promotion unter der Betreuung von Prof. Dr. A. Kirsch zum Thema „Factorization Methods for Photonics and Rough Surfaces“. Kurz danach wurde er 2009 vom britischen Institute of Mathematics and its Applications für seine Forschungsarbeiten mit dem zweiten Preis der Leslie Fox Prize Competition ausgezeichnet. 2008 wechselte er nach Paris, wo er für gut drei Jahre an der École Polytechnique zunächst als Postdoc und dann als festangestellter Forscher arbeitet. In dieser Zeit setzte er seine Forschungsarbeit zu analytischen Untersuchungen von Streuproblemen fort und erweiterte diese durch neue Schwerpunkte zu theoretischen und praktischen Aspekten der Parameteridentifizierung bei partiellen Differentialgleichungen.
Seine inzwischen internationale Anerkennung als einer der führenden Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Inversen Probleme brachte ihm im Alter von 29 Jahren eine Juniorprofessur an der Universität Bremen ein. Nach weiteren Rufen verschiedener Universitäten wurde Armin Lechleiter 2011 zum W2-Professor am Zentrum für Technomathematik (ZeTeM) des Fachbereichs Mathematik/Informatik, Bremen, ernannt und seine Ernennung zum W3-Professor war für 2017 bereits vereinbart.
Die Jahre in Bremen waren trotz der bereits diagnostizierten Erkrankung äußerst produktiv. Dort entwickelte Armin Lechleiter eine Theorie zur Analyse von lokal gestörten, periodischen Streuproblemen und er publizierte ebenso zu numerischen Verfahren für Integralgleichungen wie zu Streuproblemen mit Sparsity-Nebenbedingungen.
Die Betreuung und Förderung seiner Studenten und Doktoranden waren ihm ein ganz besonderes Anliegen. Ein Höhepunkt waren die von ihm in Kooperation mit Prof. Houssem Haddar, École Polytechnique, alle zwei Jahre veranstalteten Sommerschulen, bei denen seine Studenten zusammen mit Doktoranden und Postdocs, insbesondere aus Frankreich und den Maghreb-Staaten, die Gelegenheit hatten, von den weltbesten Wissenschaftlern des Gebiets zu lernen.
Mit seiner kontinuierlich wachsenden Arbeitsgruppe war Armin Lechleiter an zahlreichen wissenschaftlichen Kooperationen beteiligt. Besonders hervorzuheben ist seine maßgebliche Beteiligung an der Einrichtung des Graduiertenkollegs RTG 2224 „π³ Parameteridentifikation“.

Armin Lechleiter war ein außerordentlich talentierter und leidenschaftlicher Mathematiker, aber auch darüber hinaus ein äußerst vielseitig interessierter Mensch. Diejenigen von uns, die bei der Trauerfeier in Lilienthal anwesend sein konnten, durften miterleben, wie intensiv sich Armin in seiner neuen Heimat innerhalb kürzester Zeit in seinem dortigen Umfeld und insbesondere in das musikalische Leben und die Kirchengemeinde St. Marien eingebracht hatte. Armin Lechleiter hinterlässt seine Frau Marion und seine Tochter Sarah. Unser Mitgefühl gehört in diesen Tagen seiner Familie.

Seine sanfte, intelligente und mitfühlende Persönlichkeit vermissen wir schmerzlichst, wir werden ihn dankbar in Erinnerung behalten.

Die Kollegen des Zentrums für Technomathematik