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Zentrum für Technomathematik

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BEAM – Business Engineered Applied Mathematics

Arbeitsgruppe:AG Technomathematik
Leitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Maaß ((0421) 218-63801, E-Mail: pmaass@math.uni-bremen.de)
Bearbeiter: Dr. Ignacio Gutiérrez-Cañas
Projektförderung: MasterCard Europe
Projektpartner: Internationales, akademisches Netzwerk
MasterCard Europe, Brüssel, Belgien
Laufzeit: seit 01.01.2004
Bild des Projekts BEAM – Business Engineered Applied Mathematics

Im Januar 2004 hat MasterCard Europe die Gründung einer neuen Abteilung bekannt gegeben. Hinter dem Namen BEAM verbirgt sich eine Arbeitsgruppe, die den Mitgliedsbanken von MasterCard Europe eine verbesserte Analyse ihrer Geschäftsdaten anbietet. Ausgangspunkt für die Gründung dieser Arbeitsgruppe war die Erfahrung, dass die meisten firmeninternen Abteilungen zur Datenanalyse nach wie vor ausschließlich statistische Verfahren, die bereits in kommerziellen Software-Paketen verfügbar sind, verwenden und damit die Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre vernachlässigen. Um optimale Auswertungen zu gewährleisten, wird MasterCard deshalb diese Datenanalysen nicht mehr selbst durchführen. Im Verlauf der letzten beiden Jahre wurde vielmehr ein akademisches Netzwerk aufgebaut, in dem führende Gruppen der Datenanalyse aus den Bereichen der Wavelet-Analysis, nichtlinearen Dynamik und moderner statistischer Methoden vertreten sind. Diesem akademischen Netzwerk gehören zur Zeit acht internationale Arbeitsgruppen an, u.a. sind Gilbert Strang (Massachusetts Institute of Technology, USA), und Alberto Grünbaum (University of California, Berkeley, USA) daran beteiligt. Geleitet wird das Netzwerk vom Zentrum für Technomathematik aus, das damit zugleich die Schnittstellenfunktion zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in diesem Projekt wahrnimmt. Hier werden die Informationen aller Firmen gebündelt und an das Netzwerk zur Bearbeitung weitergeleitet. Umgekehrt werden die Ergebnisse der Analysen über Bremen den beteiligten Firmen zur Verfügung gestellt.

Der Kontakt von MasterCard zum ZeTeM kam über eine Internet-Recherche des für BEAM verantwortlichen MasterCard-Mitarbeiters zustande, der dadurch auf die Aktivitäten des DFG-Schwerpunktprogramms 1114 Mathematische Methoden der Zeitreihenanalyse und digitalen Bildverarbeitung aufmerksam wurde. Auf diesem Weg ist neben der Bremer Gruppe die Arbeitsgruppe von Ulrich Parlitz (Universität Göttingen) an BEAM beteiligt. Die durchgeführten Datenanalysen werden auch für den Methodenvergleich im Rahmen des Schwerpunktprogrammes genutzt.

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Typische Datensätze, die von BEAM analysiert werden, sind Umsatzzahlen der verschiedenen Kreditkartenprodukte aber auch Budget-Daten, Call-Center-Kennzahlen oder Chargeback-Daten (fehlerhafte Transaktionen). Dabei stehen immer zwei Fragen im Vordergrund: die Detektion kritischer Phänomene und Strukturen sowie eine Modellbildung zur Prädiktion der zukünftigen Entwicklung. Die jeweiligen Datenreihen werden routinemäßig an Arbeitsgruppen unterschiedlicher Spezialisierungsrichtungen geschickt und deren Analyse danach in einem Gesamtmodell mit den Ergebnissen konventioneller Verfahren verknüpft. Mit den neuen Methoden der Datenanalyse wird eine Qualität an Planungssicherheit erreicht, die mit konventionellen Verfahren bislang nicht möglich war. Sie verhilft den beteiligten Firmen zu einem effizienteren Einsatz ihrer Ressourcen (Marketing, Personaleinsatz, etc.). Erwartungsgemäß zeigen sich dabei die Stärken der jeweiligen mathematischen Spezialverfahren in unterschiedlichen Bereichen: Wavelet-Methoden sind hervorragend zur Detektion kritischer Phänomene geeignet, Methoden der nichtlinearen Dynamik sind dagegen bei der Berechnung von Modellen zur Prädiktion überlegen. Optimale Ergebnisse werden allerdings erst in Verbindung mit klassischen statistischen Modellen erzielt.