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Textalternate  Pressemitteilung zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 28.1.2008
Fulltext:


[Presse-infos] 28. Januar 2008: Uni gedenkt der Opfer des NS-Regimes



Betreff: [Presse-infos] 28. Januar 2008: Uni gedenkt der Opfer des NS-RegimesVon: Pressestelle Universität Bremen Datum: Tue, 22 Jan 2008 10:32:59 +0100An: "'03 Pressestelle'"







Pressemitteilung der
Universität Bremen



Nr 019 / 22. Januar 2008 RO
 
 
Die langen
Schatten der Vergangenheit
28. Januar 2008: Uni Bremen gedenkt der Opfer des
Nationalsozialismus
 
Bestrafung und
Erinnerung – oder Amnestie und Verschweigen? Bis heute ist die strafrechtliche
Verfolgung von nationalsozialistischen Verbrechen nicht abgeschlossen. Die
Geschichte wirft ihre Schatten bis in die Gegenwart. Gegen mehr als 100.000
Personen wurden in Deutschland Ermittlungsverfahren eingeleitet. Prozesse wie
der Frankfurter Auschwitz-Prozess sind dabei nur die Spitze eines Eisberges.
6.495 Personen wurden verurteilt. Wie ist die Bilanz der Strafverfolgung zu
werten? Wo sind die Gründe für die offensichtlichen Defizite zu suchen? Wie
ausgeprägt war die Bereitschaft in der Bundesrepublik, Nazi-Verbrechen zu
verfolgen?  Mit diesem Thema setzt
sich am 28. Januar 2008 der Historiker Edgar Wolfrum auseinander. In dem von der
VolkswagenStiftung geförderten Vorhaben „Das Bild der Holocaust-Täter in der
deutschen Rechtsprechung nach 1945“, hat der Forscher vom Historischen Seminar
der Universität Heidelberg Gerichtsurteile und Medienberichte aufgearbeitet.
Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der
Universität Bremen spricht er über „Leiden ohne Täter? NS-Täter und deutsche
Nachkriegsjustiz“ und stellt 
Ergebnisse seines Projekts vor. Der Vortrag findet um 16:00 Uhr im
Hörsaalgebäude GW 1 der Uni Bremen (gegenüber Universum) statt. Die Bremer
Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen.
 
Als die Alliierten
nach Kriegsende damit begannen, deutschen Kriegs- und NS-Verbrechern den Prozess
zu machen, ging es neben der Ahndung von Verbrechen bislang unbekannter
Dimension auch darum, in Deutschland rechtsstaatliche Prinzipien wieder zur
Geltung zu bringen. So waren 1945 viele Deutsche überrascht, dass man den
Angeklagten Verteidiger zur Seite stellte und dass die Anklage sich die „Mühe"
machte, die Vergehen individuell nachzuweisen. 1961 stand der administrative
Organisator der Judendeportationen in die Vernichtungslager, Adolf Eichmann, in
Jerusalem vor Gericht. Bei 95 Prozent der Bundesdeutschen fand der Prozess gegen
den „Schreibtischtäter" Eichmann Aufmerksamkeit. Alle großen deutschen Zeitungen
hatten Korrespondenten geschickt, die über den Ablauf, aber auch über moralische
Aspekte des Prozesses berichteten. Hier saß offenbar kein  pathologischer Mörder auf der
Anklagebank, sondern ein Bürokrat, der innerhalb der Vernichtungsmaschinerie
perfekt funktioniert hatte.
 
Problematisch ist,
betont Wolfrum, dass damit der Holocaust zu einem Automatismus ohne Menschen
geriet, dass Fragen nach Motiven, Interessen und sozialen Herkünften der
NS-Täter, die nur als Marionetten des Systems erschienen, nahezu völlig
ausgeblendet worden seien und die Deutschen als passiv Duldende und Opfer einer
skrupellosen Führung erscheinen konnten. 
Erst in den 1960er Jahren bekamen die Strafverfahren ein anderes Gesicht.
Während sich bis dahin 43 Prozent der Verfahren mit Verbrechen aus der Endphase
des Krieges befasst hatten, waren nun fast 60 Prozent der Verfahren mit
Massenvernichtungsverbrechen beschäftigt. Damit stieg auch der Anteil von
Verfahren wegen Verbrechen an jüdischen Opfern von vormals 29 auf 76 Prozent.
Auch die Zahl der Verfahren gegen das Personal von Konzentrations-,
Vernichtungs- und Zwangsarbeiterlagern sowie gegen Mitglieder der Polizei stieg
an. Für fast die Hälfte aller Angeklagten endete die Anklage allerdings ohne
Strafe.
 
Achtung
Redaktionen:
Sie sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung „Leiden ohne Täter? NS –
Täter und deutsche Nachkriegsjustiz“ am 28. Januar 2008, 16 Uhr, Hörsaalgebäude
GW1, teilzunehmen.
 
 
 
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Universität Bremen
Pressestelle
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Fax  0421-218 - 98 60150

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Press Release Dies Academicus 2008/01/28 Pressemitteilung zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 28.1.2008

 



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